Echter Hausschwamm (Serpula lacrymans) – Erkennen & Sanierung

Unter den biotischen Holzzerstörern in Gebäuden – insbesondere in Altbauten in Berlin und Brandenburg – ist der Echte Hausschwamm der häufigste Verursacher von schweren Fäuleschäden (20 % bis 65 %). Er gilt als der gefährlichste Bauholzpilz, gehört zu den Braun- bzw. Destruktionsfäuleerregern und besitzt eine bedrohliche Sonderstellung: Er benötigt nur eine geringe Holzfeuchte, kann trockenes Holz befallen und unbemerkt durch Mauerwerk sowie Schüttungen wachsen.

Erkennungsmerkmale und Morphologie
Da ein Befall extrem hohe Kosten verursacht, ist eine professionelle Identifikation über Fruchtkörper und Mycel durch einen erfahrenen Gutachter für Holzschutz unerlässlich.
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Luftmycel: Zu Beginn reinweiß, zitronengelb oder burgunderrot mit feinen Strängen. Bei Luftzugempfindlichkeit fällt es später zu einem schmutzig-grauen bis silbrig-grauen oder olivgrünen Überzug zusammen.
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Stränge: können dick wie ein Streichholz oder Bleistift werden, graubraun und an der Oberfläche faserig aufgeraut (das typische „Knacken“ beim Zerbrechen tritt nur bei trockenen, schimmelfreien Strängen auf).
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Fruchtkörper: Tritt nach fortgeschrittenem Befall auf. Er ist weich, aber zäh, fleischig, fladenartig (bis zu 1 m Durchmesser, 1 bis 3 cm dick) und lässt sich leicht vom Substrat trennen. Die Oberfläche ist gekröseartig gefaltet und je nach Alter orangerot bis rostbraun, umrandet von einer 2 bis 5 cm breiten, weißen bis rosafarbenen Zuwachszone. Die Sporen sind goldgelb bis gelbbraun und länglich-bohnenförmig.

Lebensbedingungen und Bekämpfung
Der Echte Hausschwamm benötigt zum Wachsen Feuchtigkeit (bereits ab ca. 20 % Holzfeuchte), Nahrung (Cellulose in Holz und Baustoffen) sowie basische Stoffe im Mauerwerk. Dank seiner Fähigkeit, Wasser zu transportieren und in eine langlebige Trockenstarre zu verfallen, breitet er sich bei günstigen Bedingungen rasant aus (Tageswachstum bis zu 7,5 cm im Labor). Da er extrem zugluftempfindlich ist, wächst er meist im Verborgenen.
Aufgrund seiner Sonderstellung erfordert der Echte Hausschwamm eine spezialisierte Schwammsanierung nach DIN 68800-4. Diese teilt sich in bauliche Maßnahmen, chemische Holzschutzmittel und die Mauerwerksbehandlung auf:
- Bauliche Maßnahmen am Holz: Befallenes Holz muss großzügig – in der Regel mindestens 1 m über den sichtbaren Befall hinaus – entfernt (abgelängt) werden. Bei Schüttungen und Dämmstoffen beträgt das Maß sogar mind. 1,5 m.
- Behandlung des Mauerwerks: Da der Pilz Mauerwerk durchwachsen kann, sind hier tiefgreifende Vorarbeiten nötig: Der Putz wird abgestemmt, Fugen ausgekratzt und die Wände werden abgeflammt und gereinigt. Anschließend erfolgt eine Behandlung mit speziellen Schwammsperrmitteln (ebenfalls im Bereich von 1,5 m über den sichtbaren Befall hinaus). Bei wertvoller historischer Bausubstanz (z. B. im Denkmalschutz) kann nach Absprache stattdessen ein zerstörungsarmes Heißluftverfahren ins Regelverfahren integriert werden.
- Feuchtigkeitsbeseitigung: Grundvoraussetzung jeder erfolgreichen Sanierung ist das dauerhafte Trockenlegen der betroffenen Bauteile.
Haben Sie den Verdacht oder einen festgestellten Befall des Echten Hausschwamms in Berlin, Brandenburg oder Umgebung? Als erfahrener Gutachter berate ich Sie bei einem Hausschwamm-Verdacht fachgerecht, analysiere den Schaden und begleite Sie bei der professionellen Hausschwamm-Sanierung und den anstehenden Bekämpfungsmaßnahmen.
Erstgespräch mit Florian Hübner
Immer Montags | 20 min
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